Intelligente Zähler für die Energiewende

In einem Pilotprojekt bereitet sich die e-netz Südhessen auf den großflächigen Einbau neuer elektronischer Messsysteme und den automatischen Datenaustausch vor. Das Pilotprojekt beginnt ab Mitte August 2015 mit dem Einbau von 300 kommunikations-
fähigen Zählern in Darmstadt, Rödermark und Birkenau.

Das Pilotprojekt dauert bis Ende 2016. Der Datenaustausch zwischen Kunde und Netzbetreiber wird testweise über das vorhandene Stromnetz erfolgen. Die ausgewählten Kunden werden angeschrieben. Die Teilnahme ist kostenlos.

Der Einbau dieser „Smart Meter“ ist ab 2017 für Kunden mit einem Jahresverbrauch von mindestens 6000 kWh  vorgeschrieben. Das Bundeskabinett hat hierzu am 04.11.2015  den Entwurf des "Gesetzes  zur Digitalisierung der Energiewende" verabschiedet, in dem die entwickelten technischen und rechtlichen Standards für die neuen intelligenten Messsysteme festgeschrieben sind. Anfang des Jahres 2016 ist mit der Verabschiedung im Bundestag  und dem Inkrafttreten des Gesetzes zu rechnen.

Intelligente Zähler und intelligente Stromnetze sind ein wesentliches Standbein der Energiewende. Sie ermöglichen eine zeitgenaue Verbrauchsmessung, die Einführung flexibler Tarifstrukturen, eine bessere Steuerung des Energieverbrauchs, und damit  Energie- und Kostenersparnis.

Für den  Rollout der Smart Meter wird eine Weitverkehrskommunikationsverbindung (WAN) benötigt, die die besonderen Anforderungen  an die Datenübertragung, den Datenschutz und die Datensicherheit erfüllt.  Die e-netz Südhessen hat sich entschieden, die Kommunikationstechnologie Breitbandpowerline (BPL) im Rahmen des Pilotprojektes für den Einsatz in ihrem Stromverteilnetz zu testen.

In drei Testgebieten in Darmstadt, Rödermark und Birkenau wird das Stromnetz mit der Übertragungstechnik  Breitbandpowerline ausgestattet und bei 300 Kunden werden die vorhandenen Stromzähler durch Smart Meter ersetzt.

Kommunikation über das Stromnetz mit Breitbandpowerline (BPL)

Die ausgewählten Kunden haben alle einen Jahresverbrauch über 6000 kWh. Aus Birkenau wurden insbesondere Kunden gewählt, die aus ihren Fotovoltaikanlagen in das Netz einspeisen. Die Gebiete sind repräsentativ für das Netzgebiet, sowohl großstädtische als auch ländliche Strukturen werden abgebildet.

Die drei Testgebiete sind:

  • Darmstadt, das Gebiet um dem Friedrich Ebert Platz (Arheilger Str., Bad Nauheimer Str., Barkhausstr., Büdinger Str., Eckhardtstr., Friedberger Str., Gardistenstr.,  Gießener Str. , Löffelstr., Mollerstr., Rhönring, Robert-Schneider-Str.,  Ruthsstr. ,Waldspirale)
  • In Rödermark/Ober-Roden der Bereich der Senefelder Straße und der benachbarten Straßen (Albert-Einstein-, Elisabethen-, Maybach-, Senefelderstraße)
  • In Birkenau das Gebiet der Straße „Am Burgacker“ (Am Burgacker, Eichhöhweg, Frankfurter Weg, Gorxheimer Weg, Im Bettenklingen, Im Heimesgrund, Lindenstr.)


Informationsblatt zum eingebauten Bezug-Liefer-Zähler

Fragen & Antworten zum Pilotprojet "Intelligente Zähler"

Was ist ein intelligenter Zähler bzw. „Smart-Meter“?

Bei „Smart Metern“ handelt es sich um Zähler mit einer Kommunikationsmöglichkeit, die gemäß des Gesetzgebers ab dem Jahr 2017 für Kunden mit einem Jahresverbrauch von mindestens 6000 kWh zur Erfassung des Verbrauchs einzusetzen sind.

Intelligente Zähler sind mit den dafür nötigen Übertragungsvorgängen und damit verbundenen Diensten in intelligenten Stromnetzen (englisch Smart Grid) zusammengefasst.

Zunächst werden "Smart Meter" im Strombereich zum Einsatz kommen. Die Verbräuche anderer Medien (Gas, Wärme, etc.) sollen aber zukünftig auch über "Smart Meter" erfasst und abgerechnet werden. Über diese Verbrauchserfassungsgeräte soll künftig auch eine Anlagensteuerung möglich sein (z. B: Regelung von Solaranlagen). Hierfür müssen die "Smart Meter" dann mit einer Steuereinheit (sogenannte Steuerbox) ausgerüstet sein. Der Gesetzgeber definiert, welche Geräte verbaut werden dürfen.

Was wird im Pilotprojekt getestet?

Im Pilotprojekt werden mehrere Aspekte gleichzeitig getestet: Die e-netz Südhessen will Erfahrungen mit dem Einbau der neuen intelligenten Zählern sammeln und auch deren Zuverlässigkeit erneut testen. Eine besondere Bedeutung liegt im Test auf der gewählten Übertragungstechnik, da die zukünftigen Smart Meter kommunikationstechnisch anzubinden sind.

Die e-netz Südhessen möchte als mögliche kundenfreundliche Kommunikationsanbindung die Datenübertragung über das Stromnetz prüfen. Sie testet, wie gut ihr Stromverteilnetz für eine Datenübertragung nach dem „Breitbandpowerline“-Verfahren geeignet ist.

Ist der Datenschutz gewährleistet?

Die e-netz Südhessen gewährleistet den Datenschutz. Es werden keinen Daten an unberechtigte Dritte weitergegeben.

Welche Daten werden erfasst?

Es werden aktuelle Zählerstände (Verbrauchswerte) erfasst und übertragen. Hierbei werden die Daten lediglich auf die Vollständigkeit und den Erfolg der Übertragung geprüft. Eine Speicherung oder Weiterverarbeitung der übertragenen Daten erfolgt nicht.

In welchem Rhythmus werden die Daten übermittelt?

Das Bundesamt für Sicherheit (BSI) hat verschiedene zukünftige Tarifmodelle entwickelt. In der Pilotphase werden verschiedene Intervalle der Datenübertragung getestet (täglich, stündlich, viertelstündlich, bei Abfrage, etc.), die in diesen Tarifmodellen vorgesehen sind. Die Daten können von e-netz Südhessen bis hin zur Echtzeit abgerufen werden.
https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/DigitaleGesellschaft/SmartMeter/smartmeter_node.html

Werden meinen Daten weitergegeben?

Nein, die Daten werden nur intern in der Pilotphase genutzt und danach gelöscht Allein die abrechnungsrelevanten Daten werden wie bisher den Lieferanten zur Verfügung gestellt. Doch hierfür wird während der Projektphase - wie bislang üblich - der Zähler im Rahmen der Turnusablesung durch einen Ableser abgelesen.

Wann werden die übertragenden Daten gelöscht?

Die übertragenen Daten werden nach der Überprüfung der Vollständigkeit und dem Erfolg der Übertragung umgehend gelöscht.

Wie lange dauert die Pilotphase?

Der Einbau der Zähler soll ab Mitte August 2015 beginnen. Die Testphase soll bis voraussichtlich Ende 2016 andauern.

Wann werden die „Smart Meter“ beim Kunden verbaut?

Die e-netz Südhessen will die 300 Smart Meter ab Mitte August bis Oktober 2015 einbauen. Ein Terminvorschlag wird den Kunden mit einem Anschreiben übermittelt. Telefonisch kann ein Alternativtermin vereinbart werden.

Im Testgebiet Darmstadt soll der Einbau ab Mitte August beginnen. Anschließend erfolgt der Einbau der Zähler in den Testgebieten in Ober-Roden und in Birkenau.

Kann ich den Einbau verweigern?

Die Messeinrichtungen sind im Eigentum des Netz- bzw. Messstellenbetreibers. Die e-netz Südhessen hat ein Zutrittsrecht zu den Messeinrichtungen und ein Recht diese auszutauschen. In dem Pilotprojekt setzen wir jedoch auf eine freiwillige Teilnahme. Kunden, die Bedenken haben, mögen sich bei uns melden (E-Mail: hausanschluss@e-netz-suedhesssen.de).

Welche Kosten kommen auf den Kunden zu?

Für die installierte Technik entstehen den Kunden keine Kosten. Wenn ab 2017 weitere Technik installiert wird und der Kunde bestimmte Dienstleistungen wünscht können Kosten entstehen, die zurzeit noch nicht beziffert werden können.

Wird der „Smart Meter“ nach dem Projekt wieder ausgebaut?

Der installierte „Smart Meter“ kann nach Beendigung des Pilotprojekts an Ort und Stelle verbleiben. Auf Kundenwunsch wird der Zähler aber nach Ablauf des Projekts kostenlos wieder ausgebaut.

Wie viel Platz braucht der „Smart Meter“?

Die „Smart Meter“ sind von der Größe her ähnlich wie die bisherigen Stromzähler und passen auch auf die üblichen Zählerplätze.

Verbraucht der Zähler selbst auch Strom auf Kosten des Kunden?

Der Zähler verbraucht selbst wenig Strom. Dieser wird aber vor der Messung „abgegriffen“, so dass der Netzbetreiber e-netz Südhessen den Eigenverbrauch des „Smart Meter“ bezahlt.

Gibt es für die „Smart Meter“ einen rechtlich festgeschriebenen Standard?

Das Bundesministerium für Wirtschaft bereitet zurzeit die Verordnungen vor, in der die entwickelten technischen und rechtlichen Standards für die neuen intelligenten Messsysteme festgeschrieben sind. Noch im Herbst 2015 ist mit Ihrer Verabschiedung zu rechnen. Das Bundesamt für Sicherheit (BSI) die Eichbehörden von Bund und Ländern sowie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig sind für die Vorgaben für die „Smart Meter“ zuständig.
Viele Fachverbände werden dabei von den staatlichen Stellen in die Erarbeitung der technischen Richtlinien eingebunden.
https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/DigitaleGesellschaft/SmartMeter/UebersichtSP-TR/uebersicht_node.html

Was bringt die Testphase, wenn nicht alle Komponenten dem Standard entsprechen?

In der Testphase möchte sich e-netz Südhessen rechtzeitig mit der zur Verfügung stehenden Technik vertraut machen, diese kundenfreundlich optimieren und Erfahrung zur effizienten Datenübertragung sammeln, bevor diese vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird.

Ist auch eine eigene Ablesung des Zählerstandes möglich?

Ja, Sie können, wie bisher auch, den aktuellen Zählerstand selbst am Zähler ablesen. Eine Anleitung wird beigefügt.

Was passiert mit dem Zählerstand des alten Zählers?

Beim Wechsel des Zählers wird der Ausbaustand wie bei einem herkömmlichen Zählerwechsel dokumentiert und dem aktuellen Lieferanten mitgeteilt.

Welche Daten werden an meinen Lieferanten gemeldet?

Der Lieferant erhält die gleichen Daten, die er bisher auch erhält (Turnusablesungen). Dafür führen wir während des Projektes weiterhin Ablesungen durch einen Ableser durch.

Was macht der neue Zähler anders als der alte Zähler?

Der Smart Meter hat ein elektronisches Display und überträgt die Verbrauchsdaten (Zählerstände) auf Abruf direkt an den Messstellenbetreiber.

Sind die neuen elektronischen Zähler zuverlässig?

Bei den Zähler handelt es sich um geeichte und zugelassene Zähler, die schon länger für Industriekunden eingesetzt werden und für Messzwecke verwendet werden dürfen. Sie wurden lediglich um die Kommunikationsfähigkeit über das Stromnetz erweitert. Sie zählen also korrekt, und ihr Eigenverbrauch geht zu Lasten der e-netz Südhessen.

Wie oft muss während der Projektphase jemand ins Haus zur Kontrolle?

Im Idealfall muss zur Kontrolle des Zählers kein Mitarbeiter ins Haus, was auch ein Vorteil der „Smart Meter“ ist.
Da im Rahmen des Pilotprojektes die übertragen Daten nicht gespeichert oder weiterverarbeitet werden, ist es zur Turnusablesung aber weiterhin notwendig, dass ein Mitarbeiter die Stände vor Ort für Strom abliest oder Sie den Zählerstand per Postkarte mitteilen.