50,2 Hz-Projekt (Sonderprojekt)

PV-Erfolg mit Tücken: Das 50,2 Hertz-Projekt
Bis Ende 2012 sind 32 Gigawatt Photovoltaik ans deutsche Stromnetz gegangen. Doch der rasante Anstieg der Stromeinspeisung aus dezentralen PV-Anlagen stellt die Netzbetreiber vor ein Problem: Ältere Anlagen, sind so eingestellt, dass sie sich bei einer Netzfrequenz von 50,2 Hertz automatisch abschalten. Dies wurde noch 2005/2006 in einer Richtlinie festgelegt.

Bundesweit betroffen sind alle Anlagen, die bis Ende 2011 ans Stromnetz angeschlossen wurden. Ihre Leistung entspricht 9 Großkraftwerken. Wenn sich davon ein Großteil infolge einer Störung auf einmal schlagartig abschaltet, ist die Netzstabilität im europäischen Verbundnetz in Gefahr. Es droht ein großflächiger Blackout. Auf Basis einer gesetzlichen Grundlage (Systemstabilitätsverordnung) müssen in Deutschland deshalb circa 300.000 PV-Anlagen bis 2014 umgerüstet werden.

Allein im Netzgebiet der e-netz Südhessen müssen von den über 8.600 angeschlossenen PV-Anlagen etwa 2.300 Anlagen umgerüstet werden. Die Umrüstung ist für die Betreiber weitestgehend kostenlos. Sie wird von e-netz Südhessen organisiert. Die Kosten werden bundesweit auf die Netzentgelte und die EEG-Umlage gewälzt.

Fragen & Antworten zum "50,2 Hertz-Projekt"

Wer hat die Nachrüstung veranlasst?

Grundlage der Nachrüstung ist eine Rechtsverordnung (Systemstabilitätsverordnung). Die Systemstabilitätsverordnung ist am 26. Juli 2012 in Kraft getreten. Sie regelt die Verfahrensweise.

Wie sind die nächsten Schritte? Was muss ich tun?

Alle betroffenen Anlagenbetreiber werden vom VNB angeschrieben. Sie brauchen nicht selbst aktiv werden.

Mit unserem Anschreiben senden wir Ihnen einen Fragebogen zu. Damit können wir uns einen ersten Überblick über die bei ihnen eingesetzte Technik verschaffen. Wir bitten Sie, die Fragebögen bis spätestens zum angegebenen Termin vollständig ausgefüllt und unterschrieben an uns zurückzusenden.

Nach Erhalt der vollständig ausgefüllten Fragebögen werden wir diese auswerten und die notwendigen Schritte für die Nachrüstung in die Wege leiten. Die Nachrüstung erfolgt in unterschiedlichen Leistungsklassen mit unterschiedlichen Fristen (s. nächste Frage). Um den genauen Nachrüsttermin zu vereinbaren, wird sich eine von uns beauftragte Firma mit Ihnen in Verbindung setzen. Der Termin wird Ihnen mindestens vier Wochen im Voraus schriftlich durch die von uns beauftragte Firma mitgeteilt.

Muss meine Photovoltaik-Anlage nachgerüstet werden? Welche Anlagen sind betroffen?

Folgende Anlagen müssen nachgerüstet werden:

  • PV-Anlagen im Niederspannungsnetz mit einer installierten Leistung von mehr als 10 kWp bis 100 kWp, die nach dem 31.8.2005 und vor dem 1.1.2012 in Betrieb genommen wurden.
  • PV-Anlagen im Niederspannungsnetz mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kWp, wenn sie nach dem 30.4.2001 und vor dem 1.1.2012 in Betrieb genommen wurden.
  • PV-Anlagen im Mittelspannungsnetz mit einer installierten maximalen Leistung von mehr als 30 kWp, die nach dem 30.4.2001 und vor dem1.1.2009 in Betrieb genommen wurden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.solarwirtschaft.de/betreiber sowie unter www.bdew.de/50-2Hz.

Bis wann muss die Nachrüstung erfolgen?

Für die Umrüstung der Anlagen hat der Gesetzgeber Fristen vorgegeben. Je größer die Anlage, desto früher liegt der Endtermin. Die Umrüstung muss spätestens erfolgen bis:

  • 31.8.2013 für Anlagen größer 100 kWp
  • 31.5.2014 für Anlagen größer 30 kWp bis einschließlich 100 kWp
  • 31.12.2014 für Anlagen größer 10 kWp bis einschließlich 30 kWp

Was heißt Mitwirkung? Kann ich der Nachrüstung widersprechen?

Die Umrüstung ist für die Betreiber im Normalfall kostenlos und wird vom VNB organisiert. Nach geltendem Recht müssen Sie also keine Kosten übernehmen. Sie haben aber eine Mitwirkungspflicht. Wenn diese nicht eingehalten wird, können Sie Ihren Anspruch auf Einspeisevergütung verlieren.

Bitte füllen Sie deshalb den Fragebogen aus und senden ihn fristgerecht an uns zurück. Bitte kooperieren Sie bei der Nachrüstung.

Warum wird die Nachrüstung vorgeschrieben? Was ist das „50,2 Hz-Problem“?

Stromnetze gehören zu den sensiblen Infrastrukturen. Zu jeder Zeit müssen Energienachfrage und Energieangebot im Gleichgewicht stehen. Ob dies der Fall ist, lässt sich an der Frequenz ablesen. In Europa beträgt die Frequenz im Normalzustand 50 Hertz (Hz). Wenn die Frequenz ansteigt, deutet das darauf hin, dass mehr Leistung ins Stromnetz eingespeist wird, als zur gleichen Zeit verbraucht wird. Leichte Schwankungen nach oben und unten sind üblich und werden von den Betreibern der Stromnetze beherrscht. Zu einem Problem kommt es aber, wenn die Frequenz sehr stark unter bzw. über dem Zielwert von 50,0 Hz liegt. Sollte die Frequenz zum Beispiel auf 50,2 Hz steigen, schalten sich sehr viele kleinere Stromerzeugungsanlagen (z.B. Photovoltaik-Anlagen) zeitgleich ab. Dadurch können abrupt mehrere Gigawatt Erzeugungskapazität ausfallen, und von einer Sekunde zur nächsten würde das Stromangebot stark zurückgehen.

Zwar steht für Notfälle eine Reserve mit einer Leistung von rund drei Gigawatt bereit Primärregelleistung, doch diese wäre sowohl von der Menge als auch von der Aktivierungszeit nicht ausreichend. Sollten sich durch ein Erreichen der 50,2-Hz- Schwelle viele Photovoltaik-Anlagen automatisch zeitgleich abschalten, könnte es zu einem großräumigen Ausfall des Stromnetzes kommen, einem so genannten Blackout. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering, aber um ein hohes Maß an Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa (dem sogenannten kontinentaleuropäischen Synchrongebiet) gewährleisten zu können, sind Vorsorgemaßnahmen erforderlich. Hieran sind Bundesministerien, Bundesnetzagentur, Verteilnetzbetreiber und Verbände beteiligt.

Quelle: BDEW

Warum taucht das Thema erst jetzt auf? Wer hat die 50,2 Hz-Problematik verursacht?

In Deutschland legen die Netzbetreiber die Regeln für den Anschluss und Betrieb des Stromnetzes fest.

Den dynamischen Ausbau der Photovoltaik – mittlerweile beträgt die in Deutschland installierte Leistung etwa 30 Gigawatt – konnte nicht vorhergesehen werden. Seit April 2011 galt zunächst eine Übergangsregelung für Neuanlagen, d.h. neue Solarstromanlagen wurden bereits nachgerüstete ausgeliefert. Allein mit dieser Übergangsregelung und der überarbeiteten Norm (VDE-AR-N 4105), die zum 1.1.2012 in Kraft getreten ist, kann die Netzstabilität jedoch nicht gewährleistet werden.

Quelle: BDEW

Wer zahlt die Nachrüstung? Wer darf die Nachrüstung vornehmen?

Die Nachrüstung durch eine Fachkraft ist für Sie kostenlos. Wir sind aber auf ihre Unterstützung angewiesen. Zugleich möchten wir Sie freundlich darauf hinweisen, dass Sie auch gesetzlich zur Mitwirkung verpflichtet sind.

Im Normalfall tragen Sie als Anlagenbetreiber keine Kosten. Kosten können Ihnen nur dann entstehen, wenn Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und selbst eine fachkundige Person/Firma für die Nachrüstung vorschlagen. Gemäß Systemstabilitätsverordnung muss auch diese von uns als Netzbetreiber beauftragt werden. Falls das von Ihnen gewünschte Unternehmen höhere Kosten verursacht als die von uns vorgesehene fachkundige Person oder Firma, dann müssen Sie diese Mehrkosten tragen.

Wenn Sie das Wahlrecht ausüben wollen, dann füllen Sie bitte den per Post zugesendeten Fragebogen entsprechend aus. Hierbei müssen Sie belegen, dass die Nachrüstung durch eine Elektrofachkraft* ausgeführt wird, die in das Installateurverzeichnis eines Stromnetzbetreibers eingetragen ist oder Angestellter oder Beauftragter eines Wechselrichterherstellers ist und die notwendigen wechselrichterspezifischen Spezialkenntnisse zur 50,2-Hz-Nachrüstung besitzt. Wenden Sie sich dazu bitte an die von Ihnen gewünschte fachkundige Person oder Firma.

*) Elektrofachkraft nach DIN VDE 1000-10 (VDE 1000-10):2009-01

Verändert sich durch die Nachrüstung die Leistung bzw. der Ertrag meiner Anlage?

Nein. Durch die Nachrüstung zur Anpassung der Abschaltfrequenz Ihrer Anlage ändert sich die Leistung der Photovoltaik-Anlage nicht. Es handelt sich hier um eine Maßnahme zur Sicherstellung der Netzstabilität.

Solarstromanlagen müssen sich künftig immer mehr wie Kraftwerke verhalten und auch so genannte „Systemdienstleistungen“ zur Verfügung stellen, sich also am Netzmanagement beteiligen.

Quelle: BDEW

Was genau wird an meiner Anlage nachgerüstet?

Nachgerüstet werden müssen nur der/die Wechselrichter und falls vorhanden die so genannte Entkupplungsschutzeinrichtung. Diese kann als zentraler Netz- und Anlagenschutz oder bei Anlagen mit Mittelspannungsanschluss als übergeordneter Netzschutz ausgeführt sein.

Muss mein Wechselrichter ausgetauscht werden?

Ein Tausch des Wechselrichters ist im Zuge der Nachrüstung der Abschaltfrequenzen nicht notwendig. Alle Hersteller von Wechselrichtern bieten Lösungen an, die einen Austausch überflüssig machen. In Ausnahmefällen kann sogar auf eine Nachrüstung des Wechselrichters verzichtet werden. Dies entscheidet allein der Verteilernetzbetreiber nach den Vorschriften der Systemstabilitätsverordnung.

Quelle: BDEW

Was passiert, wenn ich keinen Termin für die Nachrüstung bekomme?

Sie brauchen nicht von sich aus aktiv zu werden. Der Verteilnetzbetreiber, bei dem Ihre Photovoltaik-Anlage registriert ist, wird Sie automatisch anschreiben und über die weiteren Schritte informieren. Dabei wird dieser auch darauf achten, dass Sie einen Nachrüst-Termin bekommen.

Solarbranche und Netzbetreiber empfehlen schnell nachzurüsten, da im Sinne aller Netznutzer die Netzstabilität gewährleistet sein muss. Die Fristen für die Nachrüstung werden Ihnen von den Verteilnetzbetreibern gesetzt. Dabei achten diese darauf, dass Sie ausreichend Zeit haben, einen Nachrüst-Termin zu reservieren. Bitte wahren Sie die Fristen oder teilen Sie Ihrem Verteilnetzbetreiber schriftlich mit, wenn Sie diese nicht einhalten können.

Quelle: BDEW

Was muss ich tun, wenn ich einen Termin für die Nachrüstung bekommen habe?

Sobald Sie vom Verteilnetzbetreiber angeschrieben werden, füllen Sie bitte den Rückmeldebogen aus und senden diesen fristgerecht an die im Anschreiben genannte Adresse zurück. Nach der Auswertung Ihres ausgefüllten Fragebogens, wird ein von uns beauftragtes Unternehmen einen Termin mit Ihnen vereinbaren und die Nachrüstung durchführen.

Falls Ihnen der Termin nicht passt, haben Sie die Möglichkeit einen Alternativtermin vorzuschlagen. Dabei achten Sie bitte auf die Einhaltung der vom Verteilnetzbetreiber gesetzten Frist.

Quelle: BDEW

Warum schalten Stromerzeuger wie Photovoltaik-Anlagen überhaupt bei einer vorgegebenen Frequenz ab?

Entscheidend für die Netzstabilität ist, dass immer die aktuell im Netz benötigte Menge Strom dem Netz zugeführt wird. Steigt die Frequenz an, ist das ein Zeichen dafür, dass zu viel Strom in das Netz eingespeist wird. Um die Netzstabilität zu gewährleisten, werden mit Hilfe der neuen Regelung die Anlagen schrittweise bzw. „sanft“ vom Netz getrennt. Nach der alten Vorgabe trennte sich gleichzeitig eine Vielzahl von Anlagen bei derselben Frequenz, was zu schwer beherrschbaren Situationen hätte führen können.

Quelle: BDEW

Sind nur Photovoltaik-Anlagen von der 50,2-Hz-Problematik betroffen?

Nein. Es sind alle Erzeugungsanlagen betroffen, die gemäß der VDEW/VDN-Richtlinie „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ (4. Ausgabe 2001) am Niederspannungsnetz angeschlossen sind. So sind aktuell neben den Photovoltaik- Anlagen auch andere dezentrale Einspeiser wie z.B. Windkraftanlagen, Blockheizkraftwerke und kleine Wasserkraftanlagen betroffen. An einer Lösung für diese Erzeugungsanlagen wird gearbeitet, für die Photovoltaik gibt es bereits eine Lösung.

Quelle: BDEW

Woher kommt die Lösung für das 50,2 Hz Problem?

Der Bundesverband Solarwirtschaft hat gemeinsam mit den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern und dem „Forum zur Weiterentwicklung von Netztechnik und Netzbetrieb“ beim Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. oder kurz „VDE FNN“ eine Studie beauftragt, in der Empfehlungen für die notwendigen Schritte und das weitere Vorgehen ermittelt wurden.

Quelle: BDEW

An wen kann ich mich bei Fragen zur Nachrüstung wenden?

Bei Fragen zum Umrüstprozess können Sie sich an den Installateur Ihrer Photovoltaik-Anlage oder direkt an den VNB wenden (Kontaktdaten s. rechte Spalte).

Meinen Installateur gibt es nicht mehr – was nun?

In diesem Fall ist es am Einfachsten, sich an den VNB (Kontaktdaten s. rechte Spalte) zu wenden. Alternativ können Sie sich auch an die Hotline des Wechselrichter-Herstellers wenden, die auf Ihrem Gerät vermerkt ist.

Quelle: BDEW

Mein Wechselrichter wurde bereits umgerüstet, ich bin trotzdem angeschrieben worden. Was muss ich tun?

Sie müssen in jedem Falle trotzdem den Fragebogen des Verteilnetzbetreibers innerhalb von vier Wochen ausfüllen und zurückschicken. Dem Fragebogen ist eine der Konformitätserklärung des Wechselrichterherstellers beizufügen.

Sie haben eine Mitwirkungspflicht bei der Nachrüstung, selbst wenn Ihr Gerät bereits konform ist, muss Ihr Verteilnetzbetreiber die Informationen über alle Anlagen sammeln. Nur so kann die Systemstabilität im Sinne aller Stromverbraucher gewährleistet werden.

Quelle: BDEW

Kann ich meinen Wechselrichter im Zuge der Nachrüstung tauschen?

Sie können natürlich Ihren Wechselrichter tauschen – es ist aber für die Nachrüstung nicht notwendig. Sollte im vorgeschriebenen Nachrüst-Zeitraum (aktuell bis 2014) ein Austausch der Wechselrichter ohnehin anstehen oder gerade erst durchgeführt worden sein, können Sie durch den Austausch auf eine Umrüstung verzichten. Grund: Alle neuen Wechselrichter werden bereits mit den richtigen Einstellungen ausgeliefert.

Wichtig ist in einem solchen Falle die Weitergabe der Konformitätserklärung des Wechselrichter Herstellers an den Verteilnetzbetreiber. Dieses sollte auf jeden Fall in Schriftform erfolgen.

Quelle: BDEW

Bei mehreren Wechselrichter: Reicht es aus, nur einzelne Wechselrichter umrüsten zu lassen?

Nein, die Einstellungen aller Wechselrichter müssen geändert werden und zwar nach den Vorgaben, die in der Verordnung geregelt sind.

Quelle: BDEW

Wer entscheidet, welche Umrüstvariante gewählt wird?

Der Verteilnetzbetreiber nach entsprechenden Vorgaben vom Übertragungsnetzbetreiber. Entscheidend ist die Seriennummer oder der Typ des Wechselrichters. An ihr ist erkennbar, ob Bauteile getauscht bzw. Einstellungen geändert werden müssen oder eine neue Software aufgespielt wird. Dem Verteilnetzbetreiber liegen die Informationen zur Umrüstung vom Wechselrichterhersteller vor.

Dieser wird einen Installationsfachbetrieb beauftragen, der sich mit Ihrem Wechselrichter auskennt. Die entsprechenden Details sind in der Systemstabilitätsverordnung angegeben.

Quelle: BDEW

Muss ich bei der Nachrüstung dabei sein?

Sie müssen dem Techniker zum Nachrüsttermin Zugang zu Ihrem Wechselrichter ermöglichen. Bei der eigentlichen Änderung der Einstellungen am Wechselrichter müssen Sie nicht dabei sein.

Sie sollten sich jedoch die Änderungen vom Servicetechniker quittieren lassen bzw. ihn um eine Kopie eines Nachweises über die Nachrüstung bitten.

Quelle: BDEW

Ändern sich durch die Nachrüstung die Gewährleistungsrechte und Herstellergarantie?

Die Änderungen der Einstellungen am Wechselrichter bzw. das Aufspielen neuer Software oder der Einbau von einzelnen neuen Bauteilen im Wechselrichter, sind neue Leistungen und ziehen somit auch normale Gewährleistungsrechte und –fristen nach sich. Diese Rechte und Fristen erstrecken sich aber durch die Nachrüstungsleistung nicht auf den Rest der Anlage. Für diese gelten die bestehenden Gewährleistungsrechte und Verjährungsfristen.

Wenn die Gefahr besteht, dass die Garantie des Herstellers erlöschen würde, wenn Arbeiten am Wechselrichter vorgenommen werden oder durch einen „fremden“ Installateur vorgenommen werden, so muss dies im Rahmen der Übermittlung der vom Verteilnetzbetreiber angeforderten Informationen Ihrem Verteilnetzbetreiber mitgeteilt werden. Sollten Sie von sich aus einen anderen Dienstleister wählen wollen, müssen Sie das innerhalb der Rückmeldungsfrist von vier Wochen dem Verteilnetzbetreiber mitteilen. Sollten dabei gegenüber dem vom Verteilnetzbetreiber vorgeschlagenen Nachrüster Mehrkosten entstehen, müssen Sie diese selbst tragen.

Quelle: BDEW

Was passiert mit dem Ertragsausfall während der Nachrüstung?

Eine Vergütung der Ertragsausfälle während der Nachrüstung ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. In eigenem Interesse sollten sie möglichst genau den Fragebogen beantworten um Verzögerungen zu vermeiden.

Quelle: BDEW

Müssen neben den Wechselrichtern weitere Komponenten nachgerüstet werden?

Zusätzliche, übergeordnete Entkupplungsschutzeinrichtungen müssen auch auf verschiedene Frequenzen nachgerüstet werden. Auch hier informiert Sie Ihr Verteilnetzbetreiber über die Nachrüstung, die vom Ablauf der von Wechselrichtern gleicht.

Quelle: BDEW

Was muss ich bei zentraler Netzüberwachung bzw. bei Batteriespeicherlösungen berücksichtigen?

Gemäß Verordnung ist bei den Anlagen mit zentraler Netzüberwachung eine feste Unterfrequenzabschaltung von 47,5 Hz bzw. eine feste Überfrequenzabschaltung von 51,5 Hz einzustellen. Bei zentralen Speicherlösungen liegen dem Verteilnetzbetreiber die entsprechenden Umrüstvorschriften vor.

Quelle: BDEW