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08.03.2022 e-netz Südhessen

Neue Aufgabe für die e-netz: Blackouts im Stromnetz verhindern

Im Verteilnetz der e-netz Südhessen speisen zurzeit rund 250 Anlagen ab 100 kW ein - wie etwa der Windpark Binselberg. Im Zuge der Energiewende werden es immer mehr. Das stellt besondere Anforderungen an die Steuerung der Netze.
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“Im Prinzip ist das Stromnetz wie eine Wanne mit vielen Zuflüssen und noch mehr Abflüssen und wir sorgen vorausschauend zum Beispiel im Vorfeld von Unwettern oder Windflauten dafür, dass immer die gleiche Menge Wasser in der Wanne ist“, erklärt Schaltmeister Sascha Wamser aus der zentralen Leitwarte der e-netz Südhessen.
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DARMSTADT (blu) – Mit einem vorausschauenden, datenbasierten Einspeisemanagement trägt der Verteilnetzbetreiber e-netz Südhessen dazu bei, Blackouts im deutschen Stromnetz zu verhindern und die Energiewende in der Region voranzubringen. „Angesichts der zunehmenden Strommenge aus Windparks und Solaranlagen sind gezielte Maßnahmen erforderlich, damit in unserem Netz Stromeinspeisung und -verbrauch immer im Einklang stehen und die Netzstabilität gewährleistet ist. Das ist eine neue Aufgabe für uns“, sagt der technische Vorstand der e-netz Südhessen, Holger Klein.

Für Netzstabilität zu sorgen, war bislang die Aufgabe der Betreiber der Übertragungsnetze – also der überregionalen Stromtrassen. Betroffen waren in erster Linie Anlagen mit einer Leistung ab 10 Megawatt (MW). Im Zuge der Energiewende wandelt sich jedoch die Kraftwerklandschaft. Statt zentraler Atom- und Kohlekraftwerke speisen in ganz Deutschland immer mehr regenerative Anlagen mit einem großen Leistungsspektrum dezentral Wind- und Sonnenstrom in die Netze ein.

Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber neue Vorgaben für das Management von Netzengpässen definiert. Nun müssen auch Erzeugungs- und Speicheranlagen mit einer Leistung ab 100 Kilowatt (kW) in das Engpassmanagement einbezogen werden. Zudem wurden Verteilnetzbetreiber wie die e-netz Südhessen ebenfalls mit dieser Aufgabe betraut – dem so genannten Redispatch. Redispatch bedeutet, dass eine ursprünglich geplante Einspeisung eines Kraftwerkes geändert wird, um Netzengpässe zu vermeiden.

Im Verteilnetz der e-netz Südhessen speisen zurzeit rund 250 Anlagen ab 100 kW ein – vor allem Wind- und Sonnenstrom. Da die Einspeisung von regenerativen Energien von den Wetterbedingungen anhängig ist, stellt das hohe Anforderungen an das Einspeisemanagement. „Perspektivisch wird das Redispatch außerdem auch eine Leistung ab 30 Kilowatt erfassen. Das wären für die e-netz Südhessen dann weitere 550 Anlagen, Tendenz steigend“, sagt e-netz Vorstand Holger Klein.

Grundlagen für die Stabilisierung des Verteilnetzes der e-netz Südhessen sind die Daten der installierten Maximalleistung der Anlagen in der Region, die der e-netz Südhessen vorliegen, sowie bundesweite Wetterprognose- und Marktdaten. Zudem findet ein kontinuierlicher Datenaustausch zwischen vorgelagerten Betreibern der überregionalen Stromtrassen und nachgelagerten kleineren Netzbetreibern statt.

Zur Vermeidung von Netzengpässen berechnet das bundesweite Redispatch-System die volkswirtschaftlich günstigste Lösung zur Netzstabilisierung und übermittelt sie an den jeweiligen Netzbetreiber und die Anlagenbesitzer.

Mit Hilfe der Redispatch-Software, die in der zentralen Leitwarte der e-netz Südhessen am Dornheimer Weg bedient wird, können die Schaltmeister Schaltbefehle an Erzeugungsanlagen und Kraftwerksbetreiber senden und somit Anpassungen an der erzeugten Strommenge vornehmen. “Im Prinzip ist das Stromnetz wie eine Wanne mit vielen Zuflüssen und noch mehr Abflüssen und wir sorgen vorausschauend zum Beispiel im Vorfeld von Unwettern oder Windflauten dafür, dass immer die gleiche Menge Wasser in der Wanne ist“, erklärt Schaltmeister Sascha Wamser aus der zentralen Leitwarte der e-netz Südhessen.

Die Schaltmeister steuern mit ihren Schaltbefehlen aus der Ferne nicht nur die technischen Anlagen, sondern sie lösen auch automatisierte kaufmännische Prozesse aus: Citiworks, der Energieeinkäufer des ENTEGA-Konzerns, erhält die Aufforderung, prognostizierte Mengen Ausgleichsenergie zu beschaffen. Nach Beendigung des Regelungseingriffs, errechnet das System auf der Grundlage von Wetter- und Messdaten die entgangene Einspeisung in das Stromverbundnetz und stößt im Abrechnungssystem der e-netz Südhessen die Ausgleichszahlungen für die Betreiber der betroffenen Energieerzeugungsanlagen an.

Die Verbraucher in privaten Haushalten und in der Wirtschaft bekommen von diesen diffizilen Prozessen nichts mit: Der Strom im Verteilnetz der e-netz Südhessen steht wie gewohnt zuverlässig zur Verfügung.

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