Solaranlage auf einem Dach eines Neubaus

Strom einspeisen: In 7 Schritten zum Netzanschluss

Als Betreiber einer Anlage, die mit erneuerbaren Energien Strom erzeugt, können Sie Ihren Strom in unser Stromnetz einspeisen. Dafür benötigen Sie einen Netzanschluss, den Sie bei uns, Ihrem Netzbetreiber, beantragen können. Wie das geht und welche Dokumente Sie für die Anmeldung und Inbetriebnahme Ihrer Anlage benötigen, erfahren Sie hier.

Team Einspeisemanagement
Mo-Do von 8-12 und 13-16 Uhr | Fr von 8-12 und 13-15 Uhr

Schritt 1: Planung und Antrag

Ob Sie ein Blockkraftheizwerk (BHKW) betreiben oder über Photovoltaik Solarstrom einspeisen wollen: am Anfang steht die Planung Ihrer Anlage. Das übernimmt in der Regel Ihr Anlagenbauer oder Elektroinstallateur. Erst danach können Sie Ihre Anlage bei uns anmelden und den Netzanschluss beantragen.

Für den Antrag sollten Sie folgende Unterlagen vorbereiten:

  • Lageplan mit eingezeichnetem Anlagenstandort, Konformitätsnachweis und zugehöriger Prüfbericht je Erzeugungseinheit (vgl. VDE-AR-N 4105, Anhänge E.5 Prüfbericht zu EZE und E.4 Einheitenzertifikat zur EZE) 
  • Beschreibung der Schutzeinrichtungen, Konformitätsnachweis und zugehöriger Prüfbericht für den Netzschutz (vgl. VDE-AR-N 4105, Anhänge E.7 Prüfbericht NA-Schutz und E.6 Zertifikate NA-Schutz)
  • Übersichtsschaltplan des Anschlusses der Erzeugungsanlage inkl. Daten der eingesetzten Betriebsmittel, Anordnung der Mess- und Schutzeinrichtungen, Anordnung der Zählerplätze (vgl. VDE-AR-N 4105, Anhang B)
  • Datenblatt der Blindleistungskompensationsanlage (falls vorhanden)
  • Datenblatt zum Oberschwingungsverhalten der Erzeugungseinheiten (falls nicht gemäß DIN EN 61000-3-2 (VDE 0838-2) bzw. DIN EN 61000-3-12 (VDE 0838-12)
  • Anmeldeformular (PDF)

Schritt 2: Prüfung und Netzzusage

Jetzt sind wir am Zug. Wir prüfen Ihre Unterlagen und vor allem, ob für Ihre geplante Anlage eine Netzverträglichkeit vorliegt. Das heißt, ob ein Netzanschluss Ihrer PV-Anlage, EEG- oder KWK-Anlage überhaupt möglich ist. Das kann je nach Anlage und Umfang bis zu vier Wochen dauern. Bei allen Anlagen mit einer Leistung unter 30 kWp/kWel schaffen wir das in der Regel schon innerhalb von 5 Werktagen.

Im besten Falle erhalten Sie dann von uns eine Netzzusage und das Formular "Erklärung des Betreibers einer EEG-/KWK-Anlage", das in Schritt 4 nochmal wichtig wird.

Schritt 3: Anlagenbau und Inbetriebnahme

Nach der Netzzusage kann der Bau Ihrer Anlage starten. Passieren sollte das auch im besten Falle innerhalb von 3 Monaten, da die Netzzusage sonst verfällt und Sie einen neuen Antrag stellen müssen. Ist Ihre Anlage fertig und bereit für die Inbetriebnahme, kommt der nächste wichtige Schritt: die Fertigmeldung über Ihren Elektroinstallateur innerhalb von 5 Werktagen nach Fertigstellung der Anlage. 

Dafür benötigt er folgende Unterlagen: 

  • Fertigmeldung der e-netz Südhessen (PDF)
  • ggfs. Eichscheine oder MID-Konformitätserklärungen und MID- Code (bei eigenen Zählern des Anlagenbetreibers)

Sie haben bereits einen eigenen Zähler in Betrieb genommen? Dann sollte Ihr Elektroinstallateur ein Inbetriebsetzungsprotokoll für Erzeugungsanlagen (VDE-AR-N 4105 E.8) ausfüllen.

Schritt 4: Prüfung der Unterlagen

Jetzt kommt das Formular ins Spiel, das Sie von uns mit der Netzzusage erhalten haben. Das füllen Sie einfach aus und schicken es unterschrieben an uns zurück. Für alle Fälle finden Sie es auch jederzeit hier im Downloadbereich. Außerdem benötigen wir von Ihnen folgende Unterlagen für die zukünftige Abrechnung:

  • Formular “Erklärung des Betreibers einer EEG-/KWK-Anlage” 

  • Kopie der Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur Informationen finden Sie auf unserer Seite zum Marktstammdatenregister.
  • Zusätzlich bei KWK-Anlagen: Kopie des Zulassungsbescheids oder der Anzeige der
  • Anlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Schritt 5: Zählersetzung

Bis Sie Ihren eigenen Strom ins Netz einspeisen können, fehlt jetzt nicht mehr viel. Ganz wichtig ist aber noch ein Zähler, der monatlich genau erfasst, wie viel Sie produzieren, selbst verbrauchen und einspeisen können. Danach richtet sich ihre Vergütung und die Abrechnung, die Sie am Ende des Jahres erhalten. Den Zähler installieren wir. Dafür benötigen wir von Ihrem Elektroinstallateur folgende Unterlagen:

  • Inbetriebsetzungsprotokoll für Erzeugungsanlagen (VDE-AR-N 4105 E.8)

Das kann er unserem zuständigen Mitarbeiter einfach bei der Übergabe vor Ort geben. Den Termin für die Übergabe vereinbaren wir übrigens schon, nachdem wir alle Unterlagen zur Fertigmeldung überprüft haben.

Vergütungssätze für PV-Anlage

Gut zu wissen für Betreiber einer PV-Anlage: für die Einspeisung erhalten Sie eine Vergütung. Die höhe dieser Vergütungssätze kann bereits vor der Zählersetzung gesichert werden (gemäß § 5 Nr. 21 EEG 2014). Hierzu sind die Vorgaben des Rundschreibens der Verteilnetzbetreiber (VNB) Rhein-Main-Neckar GmbH & Co. KG vom 15. Oktober 2012 zu berücksichtigen. Sofern die geführte Dokumentation zum Nachweis der Inbetriebnahme vor der Zählersetzung nicht ausreichend ist, kann in Ausnahmefällen ein schriftlicher Zeugenbeweis mittels einer Erklärung zur Inbetriebnahme erfolgen – also eine Beschreibung der Inbetriebnahme mit Datum.

Dafür können Sie das Formular “Erklärung Inbetriebnahme einer PV-Anlage” verwenden, das Sie im Downloadbereich finden. Einfach ausfüllen, unterschreiben und an uns schicken.

e-netz Südhessen AG
Team Einspeisemanagement
Dornheimer Weg 24
64293 Darmstadt

Schritt 6: Auszahlung der Abschläge

Nachdem die Zähler installiert und alle Unterlagen von Ihnen an uns zurück geschickt wurden, kann Ihre Anlage jetzt Strom erzeugen und Sie über Ihren Netzanschluss Strom einspeisen. Zum nächsten monatlichen Zahlungstermin erhalten Sie von uns ein Erstanschreiben, nach einem Jahr eine Jahresendabrechnung mit der Übersicht Ihrer Abschläge.

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Schritt 7: Zählerstand mitteilen

Damit die Abrechnung möglichst genau ist, benötigen wir immer am Jahresende Ihren Zählerstand. Die  Ablesung erfolgt dabei immer zum 31.12., mitteilen können Sie uns Ihren Zähler bis spätestens Ende Februar des Folgejahres. Das geht übrigens auch ganz bequem online über unser Netzbetreiberportal.

Sie haben Fragen zur Inbetriebnahme?
Wir helfen Ihnen gern.
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